Die rasant fortschreitende Internationalisierung der Märkte und Unternehmen und die forcierte "Europäisierung" der politischen Entscheidungsstrukturen und -prozesse machen für die Gewerkschaften eine funktionierende Kooperation untereinander zur zwingenden Notwendigkeit. Diese Kooperation muss nachhaltig intensiviert, erweitert und auf Dauer angelegt werden, wenn die Interessenvertretungen der Arbeitnehmer mit den angedeuteten ökonomischen und politischen Prozessen Schritt halten wollen.

Mehr und mehr sind die Gewerkschaften darauf angewiesen, im internationalen bzw. im europäischen Rahmen ein gemeinsames Verständnis der Umbrüche in Wirtschaft und Arbeitswelt im Zeichen von Globalisierung und Internet zu entwickeln und sich auf der Suche nach adäquaten gewerkschaftlichen Antworten auszutauschen und abzustimmen. Dies kann nur durch kontinuierliche und thematisch konzentrierte Zusammenarbeit in international zusammengesetzten Projektteams geleistet werden, die sich arbeitsteilig mit den einschlägigen relevanten Dokumenten (Texte, Daten) beschäftigen, diese auswerten, erörtern und zu gewerkschaftlichen Analysen, Strategien und Aktionsplänen verarbeiten.
Gefordert ist damit eine neue Qualität und Intensität gewerkschaftlicher Kommunikation und Kooperation über Organisations-, Staaten- und Sprachgrenzen hinweg.

Traditionelle Verfahren der internationalen Gewerkschaftsarbeit - im wesentlichen die Durchführung gemeinsamer Kongresse und Gremiensitzungen sowie der Austausch von Delegationen in mehr oder minder großen zeitlichen Abständen - sind angesichts dieser Herausforderung an ihre Grenzen geraten. Sie überfordern aufgrund des hohen Zeit- und Kostenaufwands und wegen ihrer hohen Abhängigkeit von Copräsenz und Synchronizität die zeitlichen und monetären Budgets der Akteure. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Option an Bedeutung, traditionelle Formen internationaler gewerkschaftlicher Kooperation durch neue Varianten elektronischer Zusammenarbeit zu ergänzen, die gemeinsames Arbeiten quasi "anytime, anyplace" - also auch asynchron und unter Überbrückung geographischer Distanzen - ermöglichen.

Dies umschreibt exakt das Hauptanliegen von "int.unity":
Es geht bei diesem Projekt darum, die Zusammenarbeit der beteiligten Gewerkschaften in wichtigen, sie gemeinsam berührenden Themenfeldern auf eine multilinguale "elektronische" Grundlage zu stellen.